Hey,
Ich war die letzten 2 Tage mit einer richtig geilen (deutschen) Gruppe wandern, an der Westküste Vancouver Islands. Wir waren genialerweise nur 4 Mädels und dann natürlich der Guide von Island Escapades.
Mittwoch morgen ging es los, wir haben eine Fähre rüber von unserer Insel auf die nächst grössere Insel genommen, sind einmal quer über diese Insel gefahren und waren dann eigentlich schon da, es war etwas mehr als eine Stunde fahren, also nicht so lang. So auf der hälfte der Strecke haben wir dann Radio verloren, im letzten Dörfchen stand dann "Achtung, checken Sie ihren Tank, wir haben die einzige Tankstelle für fast 200km!". Danach kamen uns dann nurnoch Logging trucks entgegen, also diese diesen Laster mit Baumstämmen drauf. Wir sind auf ehemaligen Logging Strassen gefahren, jetzt zwar geteert aber trotzdem ziemlich ruckelig. An manchen Stellen etwas eng, aber es ging.
Die ganze Strecke lang sah man Wälder in unterschiedlichen Stadien, entweder alt, oder kleine Pflänzchen oder so mittelgrosse Bäume die halbwegs wild aussahen, da die ganzen Wälder da eben Regelmässig geholzt und dann wieder nachgepflanzt werden.
Wir sind dann so gegen 11 am Strand angekommen und sind den dann erstmal für so ne halbe Stunde auf und ab gelaufen und haben dabei ein bisschen Feuerholz gesammelt, von dem da echt Tonnen rumlagen! Teilweise auch ganze Baumstämme, höher als ich und dann mal so 30 Meter lang. Die haben wir natürlich nicht als Feuerholz mitgeschleppt, nur die kleinen Stückchen (auch länger als ich, aber dünner, und nur die leichten, die sich nicht mit Wasser vollgesogen haben). Dann haben wir angefangen unsere Zelte aufzubauen. Wir haben direkt am Strand gezeltet, kurz bevor der Sand angefangen hat. Man hat die ganze Zeit die Wellen brechen hören und Vögel schreien.
Die Zelten waren dann ganz okay zum aufbauen, wir haben je zu zweit eins gehabt und der Guide hat uns abwechselnd beim aufbauen geholfen, dann haben wir "zusammen" das Kochzelt aufgebaut, also eigentlich ne Plane über nem Picknicktisch neben ner Feuerstelle. Dann haben wir Mädels mit Mittagessen kochen angefangen während unser Guide noch über jedes der Zelte ne extra Plane gespannt hat damit es sicher nicht nass wird.
Wir hatten Veggie Burger zu Mittag, die waren super lecker! Anstatt Fleisch hatten wir sonen Mix in Fleischform mit Reis, Käse und so, haben die angebraten, Ketchup drauf und fertig. dazu gabs dann noch Tee.
Danach gings los zum ersten Trail, mit dem Auto zum Start gefahren, Regenhose und Gummistiefel an und im Gänsemarsch den Berg hoch. Über Knöcheltiefen Schlamm, kleine Äste, kleine Bäche die den Weg runter plätschern und ein Bach der den Weg gekreuzt hat, unter Baumstämmen durch, über Baumstämme geklettert und das alles Bergauf während eine dicke graue Wolke irgendwo über den Bäumen hing.
Irgendwann sind wir dann einfach mittendrin wieder umgedreht - wir sind den ja nur einfach so gelaufen. Dann ging das alles also wieder von vorne los, dieses Mal nur noch mit bei mir kontrolliertem Fallen - einfach bei kleineren Höhen nicht in die hocke gehen und sich festhalten während ein Fuss langsam auf den Boden gelassen wird sondern einfach springen. Geht schneller und man macht sich nicht so dreckig wie bei der zweiten Methode, die andere angewendet haben: Poporutsche :D Matsch war ja genug da und die Regenhosen haben alles abgehalten.
Nach dem Trail waren wir dann alle genug dreckig und nichtmehr kalt sondern warm. Deswegen war das nächste dann etwas ruhiger, wir sind zu einem anderen Strand gefahren, da erstmal nen Berg runter gelaufen um zum Strand zu kommen und da hat uns unser Guide da gerade Ebbe war gezeigt, was so alles in diesem Gebiet lebt. Eigentlich dasselbe wie auf Salt Spring, und das hatte ich ja schon ein paar Mal gesehen. Interessant waren aber so Tiere die Rubber Kites oder so ähnlich heissen, und dann wie immer diese kleinen Anemonen die an deinen Fingern saugen wenn man den Finger in die Mitte steckt :)
Wir sind einen kleinen Felsen raufgeklettert, haben uns da mal kurz die Landschaft angeguckt und sind wieder runter… mehr oder weniger elegant, der Fels war ziemlich glatt, und es gab wenige Sachen zum Festhalten. Aber irgendwie haben wird geschafft. Danach kamen dann leichtere Sachen, auch wenn man auf dem Seegrass auf den Steinen immernoch sehr leicht ausgerutscht ist. Da wir alle Gummistiefel hatten sind wir auf den kleinen Steinen etwas weiter ins Meer rein gegangen und haben da nach Tieren Ausschau gehalten, haben wirklich wie Kleinkinder mit den Anemonen gespielt und haben dann einen Baby Seestern gefunden und alle mal in der Hand gehalten.
Da überall Muscheln rumlagen hat unser Guide noch ein paar davon gesammelt um sie später zum Abendessen zu machen.
Dann gings den kleinen Berg wieder hoch zum Auto und dann zu unserem Camp, wo wir dann angefangen haben zu Kochen, Curry mit Reis und Tee, während unser Guide das Feuer angezündet hat. Es hat auch langsam angefangen zu regnen, aber das war dann auch kein Problem mehr mit unseren Regenhosen- und Jacken. Wir haben alle nur noch ein paar mehr schichten angezogen. Ich haben mich bis auf mein Top ausgezogen nur um möglichst nahe an meine Haut eine neue warme Schicht anzuziehen.
Das Essen war dann richtig gut, auch wenn ich keine Muscheln gegessen habe hatten wir das Curry und danach noch ein paar der Brötchen für die Burger fürs Mittagessen mit selbstgemachter Knoblauchbutter und danach hatten wir alle ein grosses Stück Brownie und Marshmallows überm Feuer, ein richtig gemütlicher Abend also!
Gegen acht Uhr war es nur schon stock dunkel, und ab da kann man irgendwie wenig machen, deswegen waren wir gegen halb zehn schon im Bett, auch wenn das nochmal etwas aufwendiger war: Wir haben uns etwa 20 min im Auto umgezogen, einfach ein paar schichten gewechselt und etwas weniger angezogen und sind dann alle zusammen mit einer Taschenlampe händchenhaltend aufs Klo gerannt, den grössten Pfützen ausweichend. Das Klo war mehr ein Plumsklo, aber mit Kloschüssel. Also ganz annehmbar, es gibt schlimmeres. Nur Händewaschen ging nicht, aber wir hatten Desinfektionszeug und haben einfach mal gehofft das reicht.
Dann haben wir unsere Schlafanzüge und nochmal einen extra Sack bekommen und mussten dann zuerst in den extra Sacke, weil der irgendwie wärmer war und damit dann in den Schlafsack. Bis man das geschafft hatte war einem dann wieder warm! Auch wenn wir davor alle etwas gefroren hatten. Wir haben von unserem Zelt dann noch ein bisschen dem Feuer beim ausgehen zugeguckt und dann langsam eingeschlafen gegen 11.
Am nächsten Morgen hat unser Guide uns so gegen halb acht geweckt und es gab Frühstück, einfach Müsli und Früchte mit Milch und Yoghurt und Tee/Kaffee. Danach wurden die Zelte wieder abgebaut und so ca gegen zehn sind wir los… geplant war gegen neun, aber wir Mädels waren irgendwie nicht so schnell wie erwartet beim Abbauen und essen, es war ja auch morgen!
Wir sind dann nur auf einen Trank gegangen, das war dann endlich der Juan de Fuca Trail nach dem der ganze Trip benannt war. Auch wenn wir nur teile gelaufen sind, also nur ein ganz kleinen stück eigentlich. Wir sind wieder zu einem Strand gefahren, den Berg davor runtergelaufen und haben dann ein paar Surfern zugeguckt, die Wellen sahen richtig genial aus, und die Surfer hatten echt was drauf! Wir haben uns dann aber von ihnen losgerissen und sind eine ganze Weile am Strand entlang gelaufen. Erst kleine Steine, dann Sand, dann wieder kleine Steine… einfach nur Sachen, die unter deinen Schuhen wegrutschen und das laufen richtig anstrengend macht! Nach einer gefühlten Ewigkeit durften wir uns dann hinsetzen während der Guide gecheckt hat ob wir durch eine Höhle zum Wasserfall laufen können oder wegen Wasser aussenrum laufen müssen. Während er weg war haben wir erstmal unsere Äpfel gegessen und dann jeder noch nen Müsliriegel, auch wenn wir ja eigentlich gerade erst Frühstück hatten.
Wir konnten dann nicht durch die Höhle, aber kurz mal reingucken, nachdem wir über die Felsen vorm Eingang geklettert sind. dann mussten wir umdrehen und vom Strand auf einen Teil des Juan de Fuca Trails und der war wie der Trail am Tag davor: Steil, matschig und voller Hindernisse. Am Ende bin ich nurnoch einfach geradeaus durch den knöchelhochen Matsch, hatte ja Gummistiefel. Von denen ich jetzt ein totaler Fan bin, es gibt keine besseren Schuhe als Gummistiefel!
Die Sicht auf den Wasserfall von oben war toll! Auch wenn der Wasserfall bei mir da nur einen kleinen Teil ausmacht, wir standen auf einer Anhöhe mit freier Sicht auf eine kleine Bucht, in der auf der einen Seite eben der kleine Wasserfall war, und dann einige Bäume an den Seiten, an dem Tag gerade auch blauer Himmel und unten klares Wasser mit einem grossen Felsen im Wasser, der bei jeder Welle überspült wurde und dann wieder aufgetaucht ist. Einfach Wunderschön!
Viel zu schnell sind wir dann wieder zurück zum Strand und haben uns da erstmal alle in die Sonne gelegt, die wenigen sonnigen Stunden mussten wir ja ausnutzen! Und mit unseren 3 Schichten an Klamotten wurde es auch nicht kalt draussen.
Irgendwann hat unser Guide uns dann wieder aufgescheucht und es ging wieder viel zu lang am Strand entlang und dann den Berg zum Parkplatz hoch. Endlich wieder am Auto haben wir alle uns dann erstmal umgezogen auf nurnoch eine Schicht, es war so warm!
Der nächste Stopp war dann Mittagessen an Picknicktischen am nächsten Strand, Wraps dieses Mal, auch richtig gut. Und dann, da wir so lange in der Sonne gelegen haben, hatten wir leider keine Zeit mehr für noch einen Wasserfall und wir sind wieder mit dem Auto zurück gefahren, auf die Fähre, auf die Insel und dann nach Hause. Und dort dann erstmal lange geduscht um den Wald und Matsch überall weg zu bekommen und alle Klamotten in die Wäsche geschmissen.
Achja, und ich hab zwar immernoch keine Waage, aber der Titel stimmt… neben den Mahlzeiten hatten wir Chips und Müsliriegel und alles, wir haben die ganze Zeit durchgegessen! Es war extrem. Auch wenn das ganze Essen vegetarisch und Bio und alles war.
Morgen gehe ich dann nochmal in die Stadt, übermorgen Abend ist der 18te einer Japanischen Freundin wo ich hin gehen werde und Montag ist dann leider auch schon wieder schule.
Bis bald!
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